Berufsausbildung Tierwirt/in

Tierpflege
Tierpflege

Berufliche Tätigkeit

Tierwirte züchten, pflegen und versorgen landwirtschaftliche Nutztiere und gewinnen hochwertige Nahrungsmittel. Darüber hinaus leisten sie einen wertvollen Beitrag in der Landschaftspflege.

Der Beruf des Tierwirtes kann in fünf verschiedenen Fachrichtungen erlernt werden:

Rinderhaltung
Der Tierwirt, Fachrichtung Rinderhaltung, pflegt und betreut Rinder im eigenen Betrieb oder als Arbeitnehmer in größeren Zuchtbetrieben, Versuchsanstalten und Besamungsstationen.

Schweinehaltung
Der Tierwirt, Fachrichtung Schweinehaltung, pflegt und betreut Schweine im eigenen Betrieb oder als Arbeitnehmer in größeren Zuchtbetrieben, Versuchsanstalten und Besamungsstationen.

Geflügelhaltung
Tierwirte in der Fachrichtung Geflügelhaltung halten und züchten Geflügel.

Schäferei
Schäfer erzeugen nicht nur hochwertige Nahrungsmittel, wie Schafmilch und Lammfleisch, sondern liefern auch mit der Wolle einen hochwertigen, permanent nachwachsenden Rohstoff. Durch die Beweidung mit Schafen leisten sie außerdem einen wertvollen Dienst als Landschaftspfleger, insbesondere zur Erhaltung ökologisch wertvoller Flächen, wie zum Beispiel Halbtrockenrasen und Magerrasen.

Imkerei
Imker leisten mit der Bienenhaltung einen großen ökologischen Beitrag zur Bestäubung blühender Pflanzen und produzieren gleichzeitig ein hochwertiges Nahrungsmittel.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.

Ausbildungsstätten

Nur anerkannte Ausbildungsbetriebe dürfen Tierwirte ausbilden. Bei der Berufsausbildung wirken Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätten zusammen. Adressen von anerkannten Ausbildungsbetrieben erhalten Sie bei der Landwirtschaftskammer.

Ausbildungsberufsbild

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:

• Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,
• Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
• Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
• Umweltschutz,
• Ökologische Zusammenhänge; Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz,
• Betriebliche Abläufe und Organisation; wirtschaftliche Zusammenhänge,
• Planen, Kontrollieren und Beurteilen von Arbeitsabläufen und Produktion,
• Erstellen von Kalkulationen und Abwickeln von Geschäftsvorgängen,
• Kommunikation und Information,
• Qualitätssichernde Maßnahmen,
• Maschinen, Geräte und Betriebseinrichtungen,
• Tierschutz,
• Tierhaltung,
• Fütterung,
• Tiergesundheit und Tierhygiene,
• Nutzung von Tieren und Gewinnung spezifischer Produkte.

Gegenstand der Berufsausbildung in der Fachrichtung Rinderhaltung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:

• Kälber- und Jungrinderaufzucht,
• Rinderhaltung,
• Reproduktion,
• Produktion von Milch, Zucht- und Schlachttieren,
• Weidewirtschaft, Futtergewinnung.

Gegenstand der Berufsausbildung in der Fachrichtung Schweinehaltung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:

• Reproduktion,
• Sauenhaltung,
• Ferkelaufzucht und Schweinemast,
• Vermarktung,
• Technische Systeme der Schweinehaltung,
• Verwertung und Entsorgung von Rückständen.

Gegenstand der Berufsausbildung in der Fachrichtung Geflügelhaltung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:

• Haltung und Herdenmanagement,
• Fütterung
• Produktgewinnung und Vermarktung,
• Reproduktion, Vermehrung, Brut,
• Verwertung und Entsorgung von Rückständen.

Gegenstand der Berufsausbildung in der Fachrichtung Schäferei sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:

• Schafhaltung,
• Ablammung und Aufzucht,
• Produktion von Wolle, Milch und Fleisch,
• Hütetechnik,
• Weidewirtschaft, Futtergewinnung,
• Naturschutz und Landschaftspflege.

Gegenstand der Berufsausbildung in der Fachrichtung Imkerei sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:

• Völkerführung und Bienengesundheit
• Bienenwanderung,
• Bienenweide, Bestäubung und Naturschutz,
• Bienenprodukte gewinnen und vermarkten,
• Königinnenzucht,
• Betriebsmittel zur Bienenhaltung.

Prüfungen

Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes findet während der betrieblichen Ausbildungszeit eine Zwischenprüfung statt. Die Berufsausbildung endet mit der Abschlussprüfung zum Tierwirt/zur Tierwirtin in der jeweiligen gewählten Fachrichtung. In der Abschlussprüfung werden die erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten schriftlich, praktisch und in der Form eines Fachgespräches geprüft.

Einsatzmöglichkeiten

Tierwirte können durch Übernahme eines spezialisierten Tierhaltungsbetriebes als selbständige Betriebsleiter tätig sein oder als Arbeitnehmer bei größeren Tierzuchtbetrieben, Besamungsstationen oder staatlichen Versuchsgütern.

Fortbildungsmöglichkeiten

• Tierwirtschaftsmeister/in
• Diplom-Ingenieur (FH) bzw. Bachelor
• Diplom-Agraringenieur/in bzw. Master